Die Französischen Umweltzonen ZCR und ZPA

Die in Frankreich eingerichteten Umweltzonen lassen sich in zwei Arten von Zonen einteilen.
In eine Zone, in der Verkehrseinschränkungen stattfinden und in eine Zone, die die Luft schützen soll. Zonen zur Verkehrseinschränkung werden „Verkehrseinschränkungszonen“, abgekürzt „ZCR“ genannt. Zonen, die die Luft schützen sollen, werden „Luftschutzzonen“ genannt - abgekürzt „ZPA“.

Die ZCR-Umweltzonen

Die „Verkehrseinschränkungszonen“, im französischen „Zones à Circulation Restreinte“ genannt - Kurzform „ZCR“ - sind feste Umweltzonen, die ständig gelten. Sie werden allermeist im Zentrum einer Stadt eingeführt, um dort die alten und verschmutzenden Fahrzeuge vom Verkehr auszuschließen.
Die Einrichtung einer ZCR in Frankreich obliegt der jeweiligen Stadt oder Kommune und ist in der nationalen Verordnung Décret ZCR 2016-847 vom 28.06.2016 geregelt. Nach einem 6-monatigen gesetzlichen Anhörungsverfahrens, welches auch ein Mitspracherecht von betroffenen Personen vorsieht, kann die Zone in Kraft treten.
Um die durch Städte oder Kommunen in Frankreich festgelegten ZCR-Umweltzonen befahren zu können, bedarf es dann einer Crit’Air Vignette, die in 6 Kategorien zugeteilt werden kann.

Welche Crit’Air Kategorien zu welchen Zeiten in eine ZCR-Umweltzone einfahren dürfen, legt die jeweilige Stadt oder Kommune fest, indem diese ein Zusatzschild unter dem ZCR-Schild anbringt. Auf diesem Zusatzschild sind Tage und Uhrzeiten festgelegt, zu denen mit einer Crit’Air Vignette eingefahren werden darf.
Allerdings sollen sich durch die ZCR-Umweltzonen auch eventuelle weitere Vorteile ergeben, wie z. B. gesonderte Parkplätze, die in Anspruch genommen werden können. Dies wird jedoch durch die jeweilige Stadt oder Kommune in Frankreich geregelt.
Mittel und langfristiges Ziel einer ZCR-Umweltzone ist, dass nach und nach über die Jahre eine Vignettenkategorie nach der anderen nicht mehr einfahren darf, indem erst die Kategorie 5, dann die 4, dann die 3 usw. ständig von der Einfahrt zu bestimmten Zeiten ausgeschlossen wird.

In aller Regel ist in einer ZCR-Zone ein Verbot bestimmter Vignettenfarben aufgrund einer Wetterlage nicht vorgesehen.
Jedoch kann es auch vorkommen, dass der Präfekt einer die ZCR- umliegenden ZPA-Zone eine oder zwei Vignettenkategorien für den nächsten Tag durch Anordnung und öffentliche Bekanntmachung von der Einfahrt in die ZPA- und die ZCR-Zone ausschließt, wenn es die Wetterlage/Luftverschmutzung erfordert. In diesem Falle ist eine ZCR-Zone dennoch vom Einfahrverbot bestimmter Vignettenfarben aufgrund einer schlechten Wetterlage betroffen.

Sofern jedoch die Stadt mit ihrer ZCR-Zone von keiner ZPA-Zone umgeben ist, wird dieser Fall nicht eintreten, da eine schlechte Wetterlage dem Bürgermeister der ZCR- Zone nicht das Recht gibt, einzelne Vignettenfarben von der Einfahrt auszuschließen.

Die ZPA-Luftschutzzonen

Im Gegensatz zu den ZCR-Zonen sind die „Luftschutzzonen“ - im französischen „Zones de protection de l’air (ZPA) - nicht dauerhaft und sie betreffen Kommunen-Gemeinschaften und Großgemeinden (im französischen „Metropolen“ genannt). Sie werden entweder für Großgemeinden (z.B. in Grenoble) oder ganze geographische Gebiete (Arve-Tal) festgelegt.
Diese Zonen sind nur im Falle einer Luftverschmutzungsspitze gültig. Das heißt, die Verkehrseinschränkungen gelten nur dann, wenn vorgegebene Emissionsgrenzwerte von Feinstäuben und Stichoxiden über mehrere Tage hinweg überschritten werden. Daraus ergibt sich dann, welche Vignettenfarbe an welchem Tag in die Zone einfahren darf. Die Regeln sind je nach ZPA-Zone und Metropole anders. Sobald die Wetterlage besser wird, gilt die Einschränkung in der Luftschutzzone nicht mehr.

Eine Besonderheit der ZPA-Luftschutzzone ist, dass diese in ihren (meist ländlichen) Grenzen den allermeisten ortsfremden Verkehrsteilnehmern nicht bekannt ist und es auch keine Schilder gibt, die diese anzeigen könnten.
Gemäß Artikel R411-19 des französischen Straßenverkehrs-Gesetzbuches wird die Entscheidung, eine Luftschutzzone einzurichten und die dort geltenden lokalen Regeln festzulegen, von dem Präfekten des jeweiligen Departments – in Frankreich gibt es 95 Departements – in dem sich die ZPA-Zone befindet, getroffen. Ist die ZPA- Zone dann beschlossen, so wird sie in einem Decret des Präfekten gesetzlich veröffentlicht.

Die Verkehrseinschränkungen in einer Luftschutzzone werden spätestens am Tag zuvor spätnachmittags oder abends von der Präfektur des Departements angekündigt  bzw. manchmal auch früher, wenn die Wetterlage ausreichend vorhersehbar ist. Das Fahrverbot für bestimmte Farben der Vignette gilt dann für die ganze Zone. Liegt übrigens innerhalb einer ZPA-Zone eine Stadt, die eine ZCR-Zone hat, dann gilt die Regelung über die eingeschränkten Vignettenfarben auch für die ZCR-Zone. Erst wenn die Einschränkung in der ZPA-Zone aufgehoben ist, gilt innerhalb der ZCR-Zone wieder die normale Regel.
Eine Besonderheit von ZPA-Zonen ist auch, dass ein oder zwei Vignettenfarben zusammen für die Einfahrt gesperrt werden können, die dann jedoch trotzdem fahren können, wenn diese an einem bestimmten Tag eine gerade oder ungerade letzte Ziffer auf ihrem Fahrzeug-Kennzeichen haben.

Hier bestellen Sie eine französische Crit'Air Vignette für französische ZCR/ZPA Umweltzonen in Frankreich
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