Luftschutzzone Arve-Tal

Am 23.02.2017 ist von der Präfektur des Departements Haute-Savoie (Annecy) angekündigt worden, dass das Arve-Tal zu einer ZPA Luftschutzzone ausgebaut werden wird.
Dies wird massiv den LKW Verkehr in den französischen Alpen, zwischen Genf, Chamonix und eventuell Italien betreffen, der für die meisten Luftschadstoffe in dem sensiblen Flusstal der Arve verantwortlich ist.
Noch im März 2017 soll eine Verordnung des Präfekten veröffentlicht werden und damit die Schutzmaßnahme in einem Gesetz festgelegt werden.
Die Autobahn A40, die im Tal der Arve lang geführt wird, ist eine der am meisten befahrenen Straßen zwischen Nordeuropa und Italien. Diese Autobahn führt zum Mont-Blanc-Tunnel, den täglich ca. 5.000 LKWs durchqueren. Die geographische Lage des Arve-Tals, das tief zwischen hohen Bergspitzen eingeschnitten ist, führt dazu, dass die Feinstäube wegen einer Windstille kaum entweichen können und lange die Luft belasten.

Fahrverbote abhängig von der Luftverschmutzung

Das Fahrverbot soll zunächst nur LKWs über 7,5 t betreffen, die den Euro Normen 0 bis 3 entsprechen und die im Falle einer andauernden Feinstaub-Luftverschmutzungsspitze (>80 µg/m³) nicht mehr fahren dürfen. Dies würde dann je nach Kraftstoffart die Crit’Air Vignette 5 in jedem Falle und die Vignette 4 in manchen Fällen von der Durchfahrt ausschließen.
Der PKW Verkehr ist nach Behördenangaben zunächst noch nicht von dieser Regelung betroffen. Die Crit’Air Vignette soll aber auch deswegen eingeführt werden, um dies jederzeit ändern zu können und damit den gesamten Verkehr, wie auch PKW und Zwei-Räder, im Fall einer Luftverschmutzungsspitze einschränken zu können.

Das Gebiet der Luftschutzzone Arve-Tal und des Mont Blanc Tunnels

Die Maßnahme wird die 41 Städte und Kommunen des Luftschutzplanes Arve-Tal aus dem Jahre 2012 betreffen, die sich entlang des rund 80 km langen Flusslaufes der Arve zwischen der Gemeinde Contamine-sur-Arve am Autobahndreieck A40/A410 und dem Quellgebiet der Arve hinter dem Städtchen Argentière (Kommune Le Tour) befinden.
Der von der Umweltzone betroffene Straßenverkehr wird also zwischen dem Autobahndreieck A40/A410 auf der Autobahn A40 bis La Fayet behindert sowie weiter auf der N205 bis zum Abzweig zum Mont Blanc Tunnel sowie auf der N1506 nach Chamonix und Argentière.

Die A40 aus Genf kommend ist zudem die Hauptroute zum Mont Blanc Tunnel, über den dann den Verkehr über Le Fayet und die Nationalstraße N205 nach dem italienischen Turin und Mailand geführt wird.
Besonders wichtig in dem Zusammenhang ist, dass die französische Umweltministerin Ségolène Royal parallel Gespräche mit der italienischen Regierung angefangen hat mit dem Ziel, dass auf französischer Seite die gesamte N205 – also auch abseits der Arve von Les Pelerins zum Monte Blanc Tunnel - zur Umweltzone erklärt wird. In diesem Falle ist dann der gesamte Verkehr von und nach Italien betroffen. Eine Ausweichroute ist dann somit nicht mehr vorhanden.

Eine Auflistung der in jedem Falle betroffenen Kommunen finden Sie hier.